Gabi Reinmann

Abstract von Gabi Reinmann

Session 4: Quality and Competences

Dimensionen von Qualität und Kompetenzen im E-Learning

Diese Session wird in deutscher Sprache gehalten. Falls Sprachprobleme bestehen, schreiben Sie uns bitte eine E-Mail. Wir werden eine Lösung finden!

"Kompetenz – Qualität – Assessment: Eine vertrackte Dreiecksbeziehung"

In meinem Beitrag möchte ich ein paar Thesen formulieren und begründen, die sich um die wechselseitige Verflechtung von Kompetenz, Qualität und Assessment drehen. Dabei komme ich nicht umhin, diese „Dreiecksbeziehung“ zunächst generell und erst in einem zweiten Schritt mit Blick auf das technologiestützte Lernen zu führen. Ein Hauptproblem sehe ich darin, dass wir mit der aktuellen Kompetenzorientierung, dem gemeinsamen Ruf nach Qualitätsverbesserung und der sich langsam entwickelnden Asssessmentfrage der Illusion verfallen, ein vergleichbares Verständnis dieser Konstrukte in Politik, Wissenschaft und Praxis zu haben und damit vergleichbare Ziele anzustreben. Besonders auffällig ist das bei der Kompetenzorientierung, die je nach Blickwinkel (politisch, praktisch, wissenschaftlich) sehr unterschiedliche Implikationen hat. Da der Versuch, die Qualität der Hochschullehre zu verbessern, untrennbar mit dem Kompetenzgedanken verbunden ist, zieht sich die Multiperspektivität beim Kompetenzkonstrukt auch in die Qualitätsdebatte hinein und verschleiert dabei nicht nur verschiedene Intentionen, sondern führt sogar zu widersprüchlichen Anforderungen, die in der Praxis gravierende Folgen haben – unter anderem für das Assessment.

Beim technologiegestützten Lernen stellt sich die Situation zunächst nicht viel anders dar als bei anderen Lernprozessen. Das Besondere beim technologiestützten Lernen lässt sich kurz wie folgt zusammenfassen:

  1. Digitale Technologien können sowohl als Werkzeug für die Kompetenzentwicklung fungieren als auch neue Vorstellungen von Kompetenz (z.B. verteilte Kompetenz) generieren.
  2. Dass digitale Technologien nicht einseitig als Mittel der Effizienzsteigerung in der Lehre dienen und auf diesem Wege einen Beitrag zur Qualitätsentwicklung an der Hochschule liefern, ist in wissenschaftlichen Kreisen längst klar, in politische und praktischen Kontexten dagegen nach wie vor eine Erwartung. Nur über geeignete didaktische Szenarien darf man vom Technologeieinsatz Qualitätssteigerungen erwarten.
  3. Beim Assessment setzten sich vor allem aus organisationaler Perspektive alte Hoffnungen auf Einsparungen von Zeit und Ressourcen durch Technologieeinsatz fort. Echte Innovationen im Bereich des Assessments aber dürften von Seiten digitaler Technologien wiederum nur über neue Konzepte und eine neu gedachte Verbindung von Didaktik und Assessment möglich sein.

Homepage von Gabi Reimann.

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