Session 3: Disruptive or Seamless

Passung zwischen Lernern und Technologie II – Bruchhaft oder Nahtlos – MCI im E-Learning

Die Session "Disruptive or Seamless" wird in deutscher Sprache gehalten. Falls Sprach-probleme bestehen, schreiben Sie bitte eine E-Mail an die untenstehende Adresse. Wir werden eine Lösung finden!

Ein allgemeines Ziel von User Interaction Design ist, die Mensch-Computer-Interaktion so nahtlos wie möglich zu gestalten. Geeignete und angepasste Dienste sowie eine explizite Führung durch den Arbeitsprozess können die Belastung für die Anwender erheblich reduzieren. Dadurch wird es Anwendern ermöglicht, den Fokus auf relevante Aktivitäten zu legen. Für die Mensch-Maschine-Interaktion in Lehr-Lernszenarien hingegen kann auch das Gegenteil der Fall sein. Beispiele aus unterschiedlichen Forschungsfeldern zeigen, dass spezifische Brüche und die „Zerlegung“ des Workflows durchaus als Stützen (sog. „Scaffolds“) für Lernprozesse angesehen werden können.

Zu diesen Beispielen können gezählt werden:

  • Das Einblenden von Dialogen bzw. Hinweisen während der laufenden Lernaktivitäten (wie z.B. „Strukturiere die gesammelten Informationen entsprechend deiner Ziele.“) kann den Lernprozess und den Erwerb von meta-kognitiven Fähigkeiten fördern.
  • Eigenschaften der Benutzungsschnittstelle, die auf den ersten Blick als mangelhaft erscheinen, können kognitive Aktivitäten fördern, welche für erfolgreiches Lernen wichtig sind. Beispielsweise kann ein Medienbruch zwischen Papier und einem digitalen Medium nützlich sein, wenn Lernende ihre handgeschriebenen Notizen in eine Textverarbeitungsumgebung übertragen und dabei Überarbeitungsaktivitäten vornehmen.
  • Die Wahl von „falschen“ Medien zur Präsentation spezifischer Arten von Informationen kann positive Effekte für das Lernen haben. So kann es für die Tiefe der Elaboration oder des Verständnisses eines dynamischen Sachverhalts von Vorteil sein, wenn dieser mit Hilfe von statischen Graphiken anstelle von Animationen vermittelt wird, auch wenn letztere intuitiv als das geeignetere Medium erscheinen.
  • Eine zu strenge Fokussierung auf Nahtlosigkeit muss nicht zwangsweise zur Verbesserung von Lernprozessen führen. Beispielsweise zeigt die Forschung zu Adaptiven Benutzungsschnittstellen, dass eine Adaption von Menüs die Beachtung und das Erlernen von fortgeschrittenen Funktionalitäten einschränken kann.

Der Grat zwischen positiven und negativen Effekten von „unterbrechenden“ Scaffolds auf Lernprozesse ist jedoch schmal. Lernende können auf Brüche genervt und überfordert reagieren, was zur Verschlechterung von Lernprozessen führt. Darüber hinaus hängt der Erfolg von Scaffolds weitgehend von Kontextfaktoren ab, wie zum Beispiel vom Expertisenstatus der Lernenden oder Aspekte der Lernaufgaben. Wir laden Forscher der Informatik, Pädagogik, Psychologie oder verwandten Disziplinen ein, die im User Interaction Design im E-Learning forschen.

Themen der Tagung sind:

  • Weitere Beispiele für entsprechende Scaffolds
  • Lösungen und Forschungs-Prototypen, Systemdemonstrationen
  • Praxiserfahrungen mit derartigen Scaffolds
  • Beiträge “auf dem Weg” zu einem theoretischen Rahmen
    • die eine Kategorisierung von Scaffolds ermöglichen
    • und Vorhersagen bezüglich des Einflusses auf das Lernen treffen lassen.

Die Ergebnisse der Session sollen publiziert werden. Die geplante Publikation beinhaltet ein Überblicks-/ Einführungspaper, Papers der Keynote Speaker, Positions-Papers welche von Konferenzteilnehmern beigetragen werden, und evtl. gemeinsame Papers der Teilnehmer mit Resultaten aus den Sessions.

Keynote Speaker

Teilnehmende Professoren der TU-Darmstadt:

Kontakt

E-Mail: gk-session3(at)gkel.tu-darmstadt.de

Contact

GKEL

Dr. Andreas Kaminski
TU Darmstadt, FB 03
Alexanderstraße 6, 64283 Darmstadt
Phone: +49 (0) 61 51 / 16-33 77
Fax: +49 (0) 61 51 / 16-68 44

Sponsors

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DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft
DFG
Carlo und Karin Giersch-Stiftung an der TU Darmstadt

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