Die Stipendiatinnen und Stipendiaten führen im Rahmen des Graduiertenkollegs individuelle Forschungsprojekte durch, die unter der gemeinsamen Forschungsfrage stehen, wie sich die Qualität von E-Learning durch rückgekoppelte Prozesse verbessern lässt. Ausführliche Informationen dazu finden Sie im Forschungsprogramm (pdf, 420 kB) des Graduiertenkollegs.
Neben der Forschung an ihren individuellen Promotionsprojekten, arbeiten die Stipendiaten innerhalb des Graduiertenkollegs in verschiedenen Arbeitsguppen zusammen.
Auf dieser Seite können nur die wesentlichsten Aspekte des Forschungsprogramms vorgestellt werden. Für Details wird auf das separat vorliegende Dokument zum Forschungsprogramm (PDF) sowie das Studienprogramm (PDF) - ein Ausschnitt aus dem gesamten GK-Antrag (PDF) verwiesen.
Im Rahmen des Graduiertenkollegs soll die Qualitätsverbesserung im E-Learning für die folgenden drei grundlegenden E-Learning-Klassen betrachtet werden:
Generative Lehr-Lernprozesse sind unabhängig von dieser Klasseneinteilung von besonderem Interesse. Als generativ werden (output-orientiert) "schöpferische" Lehr-Lernprozesse verstanden, in derem Zentrum die Erzeugung von Artefakten durch die Lernenden (selbstverständlich mit Computerunterstützung) steht. Die Rechtfertigung leitet sich aus den allgemein anerkannten Vorzügen des "Learning by Doing" ab. Bei der Transition von klassischer zu computergestützter Lehre erhöht sich die Gefahr, multimediale "Fertigprodukte" anzustreben, die den Lerner in eine rezipierende Rolle drängen. Im Zusammentreffen der beiden Wissenschaftskulturen lässt sich dieser Gefahr begegnen.
Zur Organisation und Strukturierung der Forschungsarbeiten werden – auf oberster Ebene – folgende Klassen (Arten) von Prozessen unterschieden:
Das Forschungsfeld ist in vier Forschungsteilbereiche aufgeteilt, die im folgenden skizziert werden. Für Details wird auf das separat vorliegende Dokument zum Forschungsprogramm (PDF) verwiesen.
Der erste Teilbereich stellt Rückkopplungsszenarien ins Zentrum, bei denen die wesentliche qualitätsverbessernde Initiative und anspruchsvolle Modelle von Qualitätsmerkmalen und rückgekoppelten Prozessen im Computer verankert sind. Im Gegensatz zu vielen bekannten Ansätzen wird allerdings der Rolle des Menschen im Prozess wie in der Rückkopplung – unter Berücksichtigung der Spezifika von Lernprozessen – besondere Bedeutung beigemessen, sowohl im Sinne der Evaluation (durch "andere" Beteiligte und idealerweise Dritte) wie der Reflexion. Im Kontext des Graduiertenkollegs meint Lernen also selbst bei computerzentrierter Rückkopplung nicht unbewusst vollzogene oder erzwungene Anpassungsprozesse, sondern reflexives (damit als human qualifiziertes) Lernen.
Die Forschung in diesem Teilbereich erfolgt unter den folgenden Leitthemen:
Im Gegensatz zu Forschungsteilbereich 1 steht bei der Evaluation von vorne herein die Initiative des menschlichen Handelnden im Vordergrund, zunächst wechselseitig bzw. unter Einbeziehung Dritter (Lehrer bewerten Lerner und umgekehrt, als Teil einer systematischen Evaluation), dann auch im Sinne der Reflexion. Entscheidender Fortschritt ist auch hier aus der Synergie zu erzielen, d.h. der Bewertung und Rückkopplung in Verbund mit dem technischen System. Der Zeitpunkt für substanzielle Fortschritte scheint bei Analyse des Forschungsstandes geradezu ideal, denn sowohl E-Learning-Qualitätssteuerung als auch computergestützte Bewertung haben in jüngster Zeit signifikante Fortschritte gemacht.
Zum Verständnis wichtiger Leitthemen der Forschung in Teilbereich 2 werden sinnvollerweise drei Bestandteile eines E-Learning-Arrangements herangezogen, die sich bewerten lassen:
Rechnergestützte Selbstevaluation in selbstregulierenden Lernprozessen
Lernerseitige rechnergestützte Lehrer-/System-Evaluation
Artefakt-Evaluation bei generativen Lehr-Lernprozessen
Im Forschungsteilbereich "Rückkopplung in Entwicklungsprozessen" stehen im Gegensatz zu den zwei zuvor vorgestellten Teilbereichen nicht die Lehr-Lernprozesse selbst unmittelbar im Mittelpunkt der Forschungsanstrengungen, sondern spezifische Entwicklungsprozesse. Entwicklungsprozesse sind zum einen die verschiedenen Prozesse bei der Transition von der traditionellen Lehre zum E-Learning, und zum anderen die Produktions- oder Autorenprozesse im E-Learning selbst. Im geplanten Forschungsteilbereich sollen die nachfolgenden Entwicklungsprozesse erforscht werden, aufbauend auf den in der Aus- und Weiterbildung mit E-Learning national und international bereits dokumentierten Entwicklungsprozessen zum bzw. im E-Learning sowie den dabei aufgetretenen Effekten und Schwierigkeiten.
Metareflexion spielt auf allen thematisierten Ebenen von Rückkopplungsprozessen im E-Learning eine Rolle. Mit Metareflexion ist hier die Reflexion von einer Ebene der Nicht-Einbezogenheit in geschlossene Rückkopplungsprozesse gemeint, in der allerdings zugleich diese Tatsache der Nicht-Einbezogenheit reflektiert und tendenziell aufgehoben wird: Übergang zu offenen Rückkopplungsprozessen/Feedforward.
Metareflexion auf der Ebene des individuellen Lernprozesses ist Bedingung für die Emanzipation von unbewusst wirkenden Mechanismen, damit für Selbstregulation und Autonomie. Evaluation ist in der Planung und im Design der Durchführung Ausdruck bereits vollzogener Metareflexion. Die Rückmeldung der Auswertungsergebnisse in Lehr-Lernprozesse regt wiederum die Metareflexion an. Transitionsprozesse, insbesondere Entwicklungsprozesse, sind ebenfalls großteils motiviert aus Metareflexion. Durch die Verschiebungen und Verwerfungen, die sie auf der Ebene der organisationalen Strukturen von Lehr-Lernprozessen bewirken, provozieren sie wiederum zur Metareflexion.
E-Learning ist insofern ein starker Katalysator für die Metareflexion auf Lehren und Lernen. Insoweit alle mit der Entwicklung, Implementierung und Anwendung von E-Learning verbundenen Reflexionsnötigungen aktiv aufgenommen werden, werfen sie die generelle Frage auf, wie Lehr-Lernprozesse neu "gefasst" werden können.
Diese "Neufassung" kann in den nachfolgend skizzierten Themenbereichen erfolgen.
Für detaillierte Informationen lesen Sie bitte den Abschnitt "Forschungsprogramm" im GK-Antrag. Der entsprechende Abschnitt steht zur Kurzreferenz auch als Forschungsprogramm (PDF).
Sprecher: Prof. Dr.-Ing. Max Mühlhäuser (FB 20)
Stellv. Sprecher: Prof. Dr. Werner Sesink (FB 3)
Anschrift:
Technische Universität Darmstadt
Fachbereich Informatik - Telekooperation
Hochschulstr. 10
64289 Darmstadt